In Deutschland haben sich inzwischen hybride Arbeitsmodelle durchgesetzt: Mitarbeiter wechseln wöchentlich zwischen Büro, Homeoffice und Coworking-Space. Was lange nicht beachtet wurde in der Diskussion um Flexibilität und Produktivität, steht inzwischen im Mittelpunkt vieler Studien: Die akustische Qualität eines Arbeitsplatzes entscheidet darüber, wie konzentriert, gesund und leistungsfähig Menschen ihren Aufgaben nachgehen können.
Lärm als messbarer Produktivitätskiller
Die Datenlage ist nicht zu leugnen. In Großraumbüros übersteigt der Umgebungslärm gemäß einer Untersuchung, die Springer Professional zitiert, in der Regel die Empfehlung von 48 Dezibel. Eine Auswertung der IBA-Studie 2023/24 zeigt, dass fast ein Drittel aller Mitarbeiter stark unter akustischen Störungen leidet. 74 Prozent vermissen genügend Platz für konzentrierte Einzelarbeit. EEG-Messungen belegen, dass Lärm und Ablenkung die Stressreaktion um 34 Prozent steigen lassen und die negative Stimmung um 25 Prozent. Für Firmen ist das kein Wohlfühlproblem, sondern eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die sich in Fehlzeiten, Fehlern und Fluktuation niederschlägt. Wer die akustische Situation seines Büros oder Homeoffices verbessern will, hat verschiedene Hebel zur Verfügung. Bauliche Maßnahmen wie abgehängte Decken oder Teppichböden sind zwar hilfreich, aber nicht so schnell wirksam wie mobile Schallabsorber. Eine mobile Akustik Trennwand lässt sich flexibel dort einsetzen, wo Zonen für konzentriertes Arbeiten, Telefonate oder Videokonferenzen benötigt werden, ohne dass ein Umbau nötig wird.
Was Normen und Kennzahlen tatsächlich fordern
Für die Planung von Arbeitsräumen liefert die DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ verbindliche Anhaltspunkte. Sie definiert Ziel-Nachhallzeiten in Abhängigkeit von Raumgröße und Nutzung. In Büroumgebungen liegen die Empfehlungen meist zwischen 0,5 und 0,8 Sekunden. Für Besprechungsräume gelten ideale Nachhallzeiten von 0,6 bis 0,9 Sekunden, während Callcenter maximal 0,5 Sekunden erreichen sollten und in Einzelbüros bis zu 0,8 Sekunden vertretbar sind. Ergänzend relevant sind die Regeln der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, insbesondere die ASR A3.7 „Lärm“. Sie gibt für überwiegend geistige Tätigkeiten einen Beurteilungspegel von maximal 55 dB(A) vor. Wer diese Werte im Bestand erreichen will, kommt an einer Kombination aus Absorption, Abschirmung und organisatorischen Regeln kaum vorbei. Absorberflächen in Sicht- und Ohrhöhe wirken dabei deutlich stärker als reine Deckenlösungen, weil sie direkte Sprachreflexionen zwischen benachbarten Arbeitsplätzen abfangen.
Vom Konzernbüro bis zum bayerischen Coworking-Space
Nämlich geht die Diskussion längst über die großen Firmen hinaus. In Regensburg, Nürnberg oder München entstehen seit Jahren Coworking-Flächen für Freiberufler, Start-ups und ausgelagerte Teams. Der akustische Alltag gleicht dem eines Großraumbüros — ohne dass ein zentrales Facility Management für Standards sorgt. Das Thema verschärft sich auch im Homeoffice. Küchen, Flure und Wohnzimmer sind kaum akustisch geplant. Harte Flächen, Glas, offene Grundrisse sorgen dafür, dass Videokonferenzen hallen und Verwandte mithören müssen, was nicht für ihre Ohren bestimmt ist. Für viele Beschäftigte ist eine mobile Akustikabschirmung dann weniger Luxus als Voraussetzung, professionell arbeiten zu können.
Wer in die eigene Arbeitsumgebung investieren möchte, sollte drei Kriterien prüfen. Erstens die messbare Absorptionsleistung, angegeben als Schallabsorptionsgrad nach DIN EN ISO 354. Zweitens die Höhe, die realistisch die Ohrenposition abdeckt. Drittens die Materialqualität, insbesondere im Hinblick auf Emissionsverhalten und Brandschutzklasse. Wer diese Punkte berücksichtigt, wählt keine Deko, sondern ein Arbeitsmittel, das sich nüchtern anhand von Kennzahlen bewerten lässt.
Integration akustischer Lösungen in den Arbeitsalltag
Die Umsetzung effektiver akustischer Maßnahmen erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern, Planern und Mitarbeitern. Eine bewusste Raumgestaltung, die nicht nur auf visuelle Ästhetik, sondern vor allem auf die akustische Funktionalität setzt, schafft Arbeitsplätze, die Mitarbeiter motivieren und deren Gesundheit fördern. Schulungen zum bewussten Umgang mit Lärmquellen sowie klare Verhaltensregeln ergänzen technische Maßnahmen sinnvoll. Im Homeoffice können beispielsweise strukturierte Tagespläne und separate Arbeitsbereiche helfen, die Lärmbelästigung gering zu halten. Auch Coworking-Spaces profitieren von Zonenmodellen, die unterschiedliche Nutzungen trennen – ruhige Räume für konzentriertes Arbeiten neben kommunikativen Bereichen. Auf diese Weise wird die Akustik zum integralen Bestandteil der modernen Arbeitswelt, der maßgeblich zur Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit beiträgt.
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