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Gekündigt – und jetzt? Was wirklich hilft, wenn der nächste Job nicht von selbst kommt

Gekündigt – und jetzt? Was wirklich hilft, wenn der nächste Job nicht von selbst kommt

Freitagnachmittag, kurz vor 17 Uhr. Das Gespräch mit der Personalleiterin dauert keine zehn Minuten. Danach hält man einen Umschlag in der Hand und weiß: Das war’s. Wer das erlebt hat, kennt dieses seltsame Gemisch aus Taubheit, Wut und – irgendwo ganz hinten – einer leisen Erleichterung, die man sich selbst kaum eingestehen möchte.

Was danach kommt, ist für die meisten Betroffenen eine Überraschung: nicht die Jobsuche selbst, sondern wie lange sie dauert. Laut einer Stepstone-Studie benötigen Fachkräfte in Deutschland im Schnitt 5,2 Monate, um nach der ersten Recherche einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Wer unvorbereitet startet, verliert davon leicht die Hälfte mit Bewerbungen, die gar nicht erst gelesen werden.

Warum viele Bewerbungen scheitern, bevor sie jemand sieht

Mehr als die Hälfte aller größeren Unternehmen in Deutschland setzt heute Bewerbermanagementsoftware (ATS) ein, die Unterlagen automatisch nach Schlagwörtern filtert. Wer seinen Lebenslauf nicht auf die konkrete Stellenanzeige zuschneidet, fliegt oft raus, bevor ein Mensch auch nur einen Blick darauf geworfen hat. Das ist kein Gerücht, sondern gelebte Recruitingpraxis in Konzernen wie Siemens, Zalando oder Deutsche Bahn.

Das bedeutet konkret: Ein Lebenslauf, der vor drei Jahren noch funktioniert hat, tut es heute nicht mehr zwingend. Begriffe aus der Stellenanzeige müssen im eigenen Dokument auftauchen – nicht als plumpe Kopie, sondern eingebettet in echte Erfahrungen. Wer sich bei dieser Überarbeitung unsicher ist, kann auf professionelle Unterstützung zurückgreifen – spezialisierte Dienste wie bewerbung-schreiber.com helfen dabei, Unterlagen so aufzubereiten, dass sie sowohl ATS-Systeme als auch Personalverantwortliche überzeugen.

Die Kündigung im Lebenslauf: Weglassen ist keine Lösung

Eine häufige Reaktion ist der Versuch, die Lücke zu verstecken. Das funktioniert selten. Personalverantwortliche sehen täglich Lebensläufe und bemerken fehlende Zeiträume sofort. Viel wirkungsvoller ist es, die Phase aktiv zu benennen: „Berufliche Neuorientierung“, „Weiterbildung“ oder schlicht der Hinweis auf eine betriebsbedingte Kündigung – das ist in Zeiten, in denen allein 2023 die Gewerbeabmeldungen in Deutschland um 8,3 Prozent gestiegen sind, kein Makel mehr, sondern eine normale Marktreaktion.

Was Personaler wirklich interessiert, ist nicht der Grund für das Ende des letzten Jobs, sondern die Antwort auf eine einzige Frage: Was hat der Kandidat in der Zwischenzeit gemacht? Wer diese Zeit mit einer Weiterbildung, einem Freelance-Projekt oder auch nur mit intensiver Marktrecherche gefüllt hat und das klar kommuniziert, punktet.

Das Anschreiben: Der häufigste Fehler ist Bescheidenheit

Viele Bewerber schreiben Anschreiben, die sich lesen wie eine Entschuldigung dafür, dass man sich überhaupt bewirbt. Sätze wie „Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir die Möglichkeit geben würden…“ signalisieren Unsicherheit, keine Qualifikation.

Ein gutes Anschreiben nach einer Kündigung funktioniert anders: Es benennt konkret, was man in der letzten Position geleistet hat – am besten mit Zahlen –, erklärt in einem Satz sachlich das Ende des Arbeitsverhältnisses und macht dann unmissverständlich klar, warum man für diese spezifische Stelle der richtige Kandidat ist. Nicht die beste Option unter vielen. Der richtige Kandidat.

Wer unsicher ist, ob die eigenen Unterlagen diesen Anspruch erfüllen, sollte das vor dem Absenden kritisch prüfen – besonders dann, wenn man sich auf Stellen bewirbt, bei denen der erste Eindruck über Einladung oder Absage entscheidet.

Im Vorstellungsgespräch: Die Kündigung souverän ansprechen

Die Frage kommt. Immer. „Warum haben Sie Ihre letzte Stelle verlassen?“ Wer darauf nicht vorbereitet ist, gerät ins Stocken – und das ist das eigentliche Problem, nicht die Kündigung selbst.

Eine gute Antwort dauert nicht länger als 30 Sekunden, enthält keine Kritik am Ex-Arbeitgeber und endet mit einem Blick nach vorne. Zum Beispiel so: „Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr mehrere Abteilungen umstrukturiert, meine Position fiel dabei weg. Ich habe die Zeit genutzt, um mich gezielt auf Positionen wie diese zu fokussieren – und bin jetzt froh, dass sich diese Gelegenheit ergibt.“

Kurz, sachlich, zukunftsorientiert. Wer diesen Satz einmal laut geübt hat, sagt ihn im Gespräch mit einer Selbstverständlichkeit, die Vertrauen schafft.

Netzwerk vor Stellenportal

Studien zeigen, dass bis zu 70 Prozent aller Stellen nie öffentlich ausgeschrieben werden. Sie werden über Empfehlungen, Kontakte und informelle Gespräche besetzt. Wer nach einer Kündigung ausschließlich auf Jobportale setzt, bewirbt sich also nur um den kleineren Teil des verfügbaren Marktes.

Das eigene Netzwerk zu aktivieren bedeutet nicht, Freunde und Bekannte mit Bitten zu überhäufen. Es reicht, auf LinkedIn oder Xing den eigenen Status zu aktualisieren, ehemalige Kollegen kurz auf den aktuellen Stand zu bringen und gezielt bei zwei oder drei Wunschunternehmen eine Initiativbewerbung einzureichen. Wer dabei überzeugend aufgetreten ist, bleibt im Kopf – auch wenn gerade keine Stelle offen ist.

Was die Zahlen sagen und was sie nicht sagen

5,2 Monate klingt lang. Aber diese Zahl gilt für Fachkräfte, die ohne besondere Vorbereitung suchen. Wer seine Unterlagen gezielt auf jede Stelle anpasst, das Netzwerk einbezieht und im Gespräch souverän auftritt, verkürzt diesen Zeitraum erheblich. Die Kündigung ist der Startschuss – wie man läuft, entscheidet man selbst.

Autoren Profil

Philipp Hartmann
Philipp Hartmann
Philipp Hartmann ist Chef-Redakteur und kümmert sich vor allem um Themen, die nicht klar in eine feste Kategorie passen. Ob aktuelle Entwicklungen, ungewöhnliche Alltagsthemen, digitale Trends oder spannende Fundstücke aus dem Netz – er behält den Überblick und greift Inhalte auf, die informativ, relevant oder einfach interessant sind. Dabei legt er Wert auf verständliche Texte, klare Einordnungen und einen praxisnahen Blick auf Themen, die Leser im Alltag wirklich beschäftigen.

Nach mehreren Jahren im Online-Redaktionsbereich und verschiedenen Projekten rund um Content, News und Webseitenentwicklung übernahm er die redaktionelle Leitung der Plattform. Neben klassischen redaktionellen Aufgaben beschäftigt er sich auch mit neuen Themenideen, Seitenstrukturen und der Weiterentwicklung des Angebots. Privat interessiert er sich unter anderem für Sport, Filme und digitale Trends – Themen, die gelegentlich auch in seine Artikel und Themenideen einfließen. Besonders gerne schreibt er über alles, was aktuell diskutiert wird oder sich nicht eindeutig in ein festes Themengebiet einordnen lässt.